Montag, 5. Oktober 2009

pleasure garden Lustgarten








Skulpturen von Wolfgang Daum auf alten Stelen des Lustgartens
Bänke von Studenten aus Schneeberg/Sachsen aus Eichenholz


Projekt Lustgarten-Kunstpfad
Aus tiefem Schlaf erwecken
Barbara und Rudolf Beisinghoff möchten den Lustgarten zu einem Ort der Kunst machen
von Elke Müller Rhoden HNA-Waldeckische Allgemeine 13. Februar 2011
Neues Leben erwecken und einen Ort schaffen, der zur Legende wird, das ist der Grundgedanke einer Idee, die Barbara und Rolf Beisinghoff verfolgen. Das Ehepaar aus Dreieich bei Frankfurt hat sich in Rhoden des historischen Kulturdenkmals „Lustgarten“ angenommen und möchte eine Kunstoase schaffen, die in das gesamte historische Ortsbild von Rhoden integriert werden soll. Vorgestellt wurde das Projekt Freitagabend während der Jahreshauptversammlung des Vereins „Historisches Ortsbild Diemelstadt“. Jeder soll einbezogen werden, die Menschen, die hier leben, die Verbände und Vereine, und auch von der Stadt erhofft man sich Unterstützung. Gemeinsam mit ihrem Mann wird Künstlerin Barbara Beisinghoff im Frühjahr nach Rhoden ziehen, und zwar in den Warburger Weg 20 in das ehemalige Elternhaus ihres Mannes. Dessen Großvater war Johannes Görg, der ab 1904 eine Gärtnerei in Rhoden betrieb, die 1962 von Gabriele Görg, der Tante von Rolf Beisinghoff, übernommen wurde. Die eigentliche historische Bedeutung dieses kunsthistorisch wertvollen Ortes geht zurück bis in das Jahr 1650 . Die Schönheit dieser Anlage ist heute nurnoch zu erahnen. In der Bevölkerung fast vergessen, möchte das Ehepaar diese wertvolle Kunststätte wieder aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken. „Das soll unter anderem durch das Anlegen eines Kunstpfades geschehen“, erklärte Barbara Beisinghoff. „Unsere Vision verbindet Natur und Kunst“, sagt sie. Als Initialzündung würde der Lustgartenbereich „bespielt“. Skulpturen an verschiedenen Standorten auf einem Kunstpfad hinauf zum Schlosspark wären eine Idee. Höhe- und Schlusspunkt des Pfades wäre dann der Blick vom Paradebett über die Stadt.
„Damit auch die Stadtmitte zukunftsfähig wird, könnte man hier ein kommunikatives Projekt mit Kindern und Jugendlichen durchführen“, regte Barbara Beisinghoff außerdem an.
Die Ideenvielfalt der Künstlerin kennt keine Grenzen. Wichtig sei, dass die Bürger am Entstehungsprozess teilhaben können. „Das Lustgartenprojekt will Balance halten zwischen Altem und Neuen, Vergangenheit und Zukunft und zwischen unterschiedlichen Interessen“, erklärt die Initiatorin. Um etwas Zeitloses in einem historischen Ortsbild zu schaffen,und um sich damit überregional positionieren zu können, brauche man Multiplikatoren, Rückhalt in der Stadt und Freunde in der Region, wünscht sich Barbara Beisinghoff.
Geschichte:

Der„Lustgarten-Bereich ist ein wichtiges historisches Kulturdenkmal unserer Stadt, aus dem viel mehr zu machen wäre.“ Heinrich Friele in seinem Vortrag „Der untere herrschaftliche Garten oder Der Lustgarten“ zur Jahreshauptversammlung des „Waldecker Geschichtsverein“, Bez.-Gruppe Diemelstadt, am 8.3.2006 (die Zitate aus diesem Vortrag sind kursiv geschrieben).
Aufnahme des Lustgartens von Süden her 1910, im Hintergrund der Quast
Der untere herrschaftliche Garten oder Der Lustgarten ist das Gegenstück zum Schloss- oder Ziergarten. Die Herrschaft, das waren die Grafen oder Prinzen, die Fürsten von Waldeck.
Georg Friedrich hat neben dem Umbau der Burg Rhoden zum Schloss und dem Tiergarten mit Eichenallee ab 1650 den Lustgarten anlegen lassen.
Georg Friedrich schreibt am 29.3.1656: „Pro Memoria vor dem Amptmann „was am Garten noch sol verfertigt werden“:sol der gärtner sehen dass die Felder gleich gemacht werden.dass die Bäume ander maeuer hinan gesetzt werden (Spalierobst?)ein gans beet sol er mach zu aspergen Undt solches mit dauben mist füllen, und was er izt gesetzt hat eben und so zu richten (hier ist sicher die obere „eingemauerte“ Terrasse gemeint). das die gerinn Weisen (Wiesen?) welche hin … wohl in acht genommen werden; das er in den innersten garten rosenstöcke setzen sol Um gute Vasen zu haben; das er sol bey zeit ein bett schieben zu Molonen/ Melasse undt Blumen Kohl; Den Zaun abgeredeter Maßen uff dem Lustgarten machen zu lassen. Die wilden Pferde einspannen und werden zum außpflügen in den Lustgarten führen zu lassen“.Schließlich ist noch ein Auszug eines Memorian des Grafen an die Bürgermeister in Rhoden vom 6.4.1660 interessant: “Arbeit an Trallien (Balustraden) fortsetzen … mit allem Fleiß forttreiben“. Im Zuge ihrer Diplomarbeit über den Schloss- bzw. Ziergarten Rhoden grub Jana Steinbeck (die sich zunächst im Stadtarchiv und bei Herrn Burth informierte) Unterlagen eines Gärtners Claus Dobisson aus dem Jahr 1673 aus, der den Grafen bittet, 1500 Pflänzlinge Asparges (Spargel) – aus Holland und Birnen- und Apfelbäume für Küchengarten beschaffen zu dürfen, den er in diesem Jahr fertig stellen will.
Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass der Lustgarten im Gegensatz zur ursprünglichen Planung jetzt insgesamt als Küchengarten für die Versorgung der Herrschaft (in Arolsen?) weitergeführt werden sollte.
Dem Hofgärtner Michel folgt der aus Frankreich kommende Hofgärtner Philip Jupiers, der in Rhoden Katharina Elisabeth Lotse heiratet.
1787 übernahm der Amtmann F.L. Klapp den Garten in eigene Bewirtschaftung, wahrscheinlich um ihn nicht veröden zu lassen.
1800 hat ihn Erbprinz Georg selbst in Besitz genommen.
Luis Curtze, der frühe waldeckische Heimatforscher schrieb 1876: „Man weiß von Bauten in Lustgarten und Tierpark Rhoden lediglich, dass Säulen, Gartenplastiken und Ziervasen, Balustraden etc nach Arolsen geholt wurden und dort wohl beim Neubau des Schlosses Verwendung gefunden haben.“ Anfang des 19. Jh. wurden Balustraden von der unteren Begrenzungsmauer abtransportiert und für das Erbbegräbnis verwendet. Vor dem 1. Weltkrieg wurden die restlichen Säulen und Balustraden abgebaut und nach Arolsen gebracht. Nur einige beschädigte Balustradensäulen blieben hier und wurden von Johannes Görg zur Einfriedung seines Vorgartens genutzt.
Johannes Görg, (der Vater von Gabriele Görg, die 1962 die Gärtnerei übernahm), pachtete 1904 vom Fürsten zu Waldeck und Pyrmont den verwilderten Garten, in drei Terrassen nach Süden abfallend und von hohen Sandsteinmauern eingefasst. Johannes Görg war in Laubach aufgewachsen und hatte seine Gärtnerlehre in Hannover-Herrenhausen und dann im Großen Garten in Dresden absolviert. Mit Hilfe seines Bruders Hermann in Laubach und dem Einsatz von Christian Klimm wurde aus dem heruntergekommenen Lustgarten mit 1.69.07 ha (7 Morgen) ein Gartenbaubetrieb.“ (Gabriele Görg, Chronik, 2009).
1922 kam der Lustgarten mit dem „Fürstenvergleich“ an die Dominialverwaltung.
1983 begann man mit dem Abbruch der süd-westlichen Mauer. Die Bruchsteine sollten zur Sanierung von Gut Höhnscheid verwendet werden.
Dieses beobachtete Heinrich Bracht, der Heinrich Friele im Rathaus anrief. Dieser informierte den Landeskonservator Prof. Dr. Neumann, welcher sofort handelte und die Maßnahme stoppen ließ. Zusammen mit dem Leiter des Domaniums, Werner Friedrich, schaute er sich erstmalig die barocke Anlage an. Er war begeistert.1985/86 wurde die Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt und für 300.000 Euro (zusammen mit der Schlossmauer) gründlich saniert. Die Pfeiler des nördlichen und des westlichen Sandsteintores sind bekrönt von Amphoren mit Knospen oder Pinienzapfen – Fruchtbarkeitssymbolen.

Diemelstadt-Rhoden liegt westlich von Kassel. Die charakteristische Stadtsilhouette ist von der Bundesautobahn 44 von weitem sichtbar. Kirche und Schloss überragen die Fachwerkhäuser um den Hagenberg. Weniger bekannt ist der Lustgarten im südöstlichen Stadtbereich.

History:
800 Rhoden was founded as carolingian/ francish mansion.
1000 the roman church Alt-Rhoden was built in the valley, which is a ruin now.
1228 to 1230 a castle was built on the Hagenberg.
1330 the settlers left Alt-Rhoden in the valley and built houses and a church on the hill with the castle.
1237 Adolf I. von Waldeck und Schwalenberg gave the name Rothem in Castro to the settlement.
1540 the town burnt down
1560 - 1566. the town was rebuilt
After 1648, during the reign of Count Georg Friedrich, Rhoden was the residencial town of Waldeck. 1647 - 1654 Georg Friedrich built the Renaissance wing of the castle.
1650 the (Lustgarten) pleasure garden has been built
1650 the "new town" was built.
1664 the Earl's family moved to Arolsen.
1735, 1753 and 1873 three big fires were in Rhoden and 149, 10 and 98 houses were destroyed.
1904 Johannes Görg established a nursery on the 3 terraces. The 3 terraces are devided by old stone walls from sandstone. These walls are under the protection of historical heritage.
1970 during the Hessian County Reform Rhoden became part of Diemelstadt.
Art Project Lustgarten = pleasure garden.
Diemelstadt-Rhoden lies in the rural district Waldeck Frankenberg in the north of Hessen, half an hour away from Kassel.
What is special in Rhoden: the unspoiled landscape, the situation of the town of Rhoden on the hill, the terraces of the former nursery, the beautiful beech forest at the foot of the castle. Rhoden is an oasis, a retreat.

Initiative  of the Lustgarten-Kunstpfad Project Atelierhaus Beisinghoff 







1 Kommentar:

  1. Hello Barbara: What a beautiful project and a location for artists to create art. I belong to another print-making workshop in Sainte-Scholastique, Mirabel, Quebec, which is nearer to my house than the one in Val David. It would be nice to establish a contact between the two centers. www.ciem.ca the website is not yet bilingual it is French, but it will be bilingual soon. Please keep me posted on your project.

    Thank you. Ilania ilania@IlaniaAbileah.com

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